Nicht mehr Stottern – Feel the Change

Sprachfehler können sich ändern

Ich sage gerne Gedichte auf

Über das Thema Stottern habe ich mich bisher noch nie geäußert. In meiner Kindheit hatte ich einen Hörfehler und hatte zu der Zeit entsprechend auch eine rückständiges Sprechen, dass sich am Ende auch als Stottern manifestiert hatte.

Ich verdanke es meinen Eltern, dass ich heute ein studierter Mensch bin, der mit beiden Beinen im Leben steht. Denn meine Grundschullehrerin hätte mich am liebsten auf die Hauptschule geschickt! Auf Grund meiner Entwicklung Ende der 4. Klasse war es in der Tat eine schwierige Situation. Doch neben meinen Eltern, die mich unterstützt haben, war es ein Lehrer, der mich nicht nur zurück auf den Weg einer guten Aussprache gebracht hat. Sondern er hat in mir sogar die Liebe zur Literatur und Kunst geweckt.

Dieser Lehrer war es, der uns jedes mal zur nächsten Unterrichtstunde ein Gedicht hat auswendig lernen lassen. Nach dem Zufallsprinzip wählte er dann Personen aus, die das Gedicht vor der ganzen Klasse aufsagen musst. Und wenn es mich getroffen hat, war ich sehr aufgeregt und habe mich am Anfang auch wirklich schwer getan. Aber anstatt mich fertig zu machen, lobt der Lehrer meinen Vortrag. Ich sollte mich setzten! Das war gut! Jeder wusste, dass es nicht perfekt war und derjenige, der aus den hinteren Reihen einen negativen Kommentar gemacht hat, um mich lächerlich zu machen, war sicherlich der Nächste, der vortragen musste. Und der wurde streng bewertet. Das motivierte mich besser zu werden und zu zeigen, dass ich es besser kann. Und ich wurde sogar sehr gut.

Noch heute sage ich gerne Gedichte auf oder zitiere sie, weil ich sehr viel Spaß daran habe.


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