Nicht mehr Stottern – Feel the Change
Sprachfehler können sich ändern
Mein Stottern kam durch eine Phobie
Ich stottere, seit ich denken kann. Die vielen Besuche beim Logopäden, haben daran genauso wenig ändern können, wie die Therapie. Als Kind hatte mich mein Stottern kaum gestört. Erst als ich von der Grundschule auf die Realschule wechselte, kam es zu ersten größeren Problemen.
Ich muss hinzufügen, dass ich mich in der Schule nie wohl gefühlt habe. Ständig hatte ich Angst. Und anstatt besser zu werden, wurde es immer schlimmer. Genauso wie alle anderen, war auch ich davon überzeugt, dass diese Angst durch mein Stottern ausgelöst wurde. An eine Situation kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Es war irgendwann zwischen der 5. und der 7. Klasse. Jeder aus der Klasse hatte einen Vortrag vorzubereiten und kam irgendwann an die Reihe. Bereits im Vorfeld ergriff mich Panik. Und damit meine ich nicht Stunden vorher, sondern von dem Moment an, wo das Wort Vortrag erwähnt wurde. Bis zu dem Moment als ich an der Reihe war. Jeder Stotterer weiß glaube ich, was das für ein Gefühl ist, mit zittrigen, verschwitzten Händen vor der gesamten Klasse stehen zu müssen und dabei zu wissen, dass kaum ein vernünftiges Wort über die Lippen kommen wird.
Das allein ist schlimm genug! Doch vor einer Klasse pubertärer Schüler zu stehen, in der man sowieso eher die Außenseiterrolle einnimmt, gibt einem die Garantie für den folgenden Spott und das Gelächter. Und so war es auch.
Heute blicke ich auf diese Zeit mit einem Lächeln zurück.
In meiner Laufbahn bin ich auf einen guten Psychologen gestoßen, dem meinerseits der größte Dank gilt. Er hat herausgefunden, dass mein Stottern psychischer Natur war. Ausgelöst durch eine Phobie. Nach der Überweisung an einen Neurologen/Psychiater, bei dem ich von da an in Behandlung war, bekam ich bald einen geeigneten Therapieplatz zugewiesen. Das alles liegt nun bereits längere Zeit zurück. Der steinige Weg liegt nun hinter mir und ich kann in eine Zukunft ohne Agoraphobie und ohne Stottern blicken.