Nicht mehr Stottern – Feel the Change

Sprachfehler können sich ändern

Die Klasse lachte über mein Stottern, obwohl die Lehrerin sie zur Ruhe ermahnte

Das Stottern hat mein Leben in vielen Punkten verändert und mich geprägt. Ohne diese Sprachbehinderung wäre
ich heute sicher nicht, der junge Mann der ich heute bin.

Das wohl einschneidenste Erlebnis hatte ich im Alter von elf Jahren. Ich habe mit meiner Familie in einem beschaulichen Haus am Rand der Stadt gelebt. Meine Großeltern lebten nur eine Straße weiter. So hatte ich immer einen Zufluchtsort und jemanden der für mich da war. Dies war besonders wichtig für mich, da ich eigentlich keine Freundschaften pflegte. Das Stottern stand mir dabei immer im Weg. Entweder wurde ich von den Kindern ausgegrenzt oder aber ich hatte nicht den Mut von selbst auf sie zuzugehen.

Doch eines Tages sollte sich alles ändern. Mein Vater bekam einen neuen Job, etwa 300 km von unserem alten Wohnort entfernt. Also stand der Umzug an. Ich musste meine gewohnte Umgebung und meine geliebten Großeltern zurücklassen. In der neuen Stadt folge schnell der erste Schultag für mich. Ich hatte bereits eine Woche Schule nach den Sommerferien versäumt, da wir zuvor noch in unserem alten Haus lebten und in dem Bundesland waren noch Ferien gewesen.
Gleichzeitig hatte mein Vater seinen ersten Arbeitstag und so kam ich in dem Stress am frühen Morgen zu spät in der Schule an. Angekommen im Lehrerzimmer wurde ich an meine Klasse verwiesen. Auf einem kleinen gelben Zettel stand die Raumnummer und ich machte mich auf den Weg.

Als ich vor der Tür stand schlug mein Herz schnell und ich öffnete die Tür nachdem ich geklopft hatte. Doch als ich dann vor der gesamten, fremden, Klasse stand brachte ich keinen Ton raus. Die Lehrerin fragte mich, wer ich sei und was ich wollte, doch ich brachte einfach nichts über die Lippen. Das Stottern schien mir schon wieder dabei im Weg zu stehen ein neues Leben mit neuen Freunden zu beginnen. Die Klasse lachte mich aus, obwohl die Lehrerin sie zur Ruhe ermahnte. So sagte sie, dass sie mit mir zum Sekretariat geht und die Sache mit mir klärt und, dass schon alles gut werden würde. Im Sekretariat angekommen musste ich in einem Vorraum warten und saß auf einem der vielen grauen Stühle. Ein paar Stühle weiter saß ein blondes, hübsches Mädchen. Sie sprach mich an und obwohl ich kaum etwas rausbrachte plapperte sie munter weiter. So fand ich meine erste feste Freundin. Auch wenn es noch nichts Ernstes in dem Alter warn, zeigte sie mir an diesem Tag, dass das Glück hinter jeder Ecke warten kann.


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